Sonntag, 13. März 2016

Hinter die Kulissen des Staatstheaters Stuttgart geschaut



Was wäre eine Opern-, Ballet-,oder Schauspielaufführung ohne Kostüm und Maske
Diese Frage stellte die VHS KORNTAL-MÜNCHINGEN in Zusammenarbeit mit dem FACHVERBAND ..textil..e.V. in ihrem aktuellen Programm und lud zu einer Sonderführung ein.

Vom Bahnhof Stuttgart sind es nur ein paar Gehminuten, schnell ist man im Schlossgarten, von wo man bald das Opernhaus erspäht.





Es war ein schöner Märztag, ab und an schaute die Sonne hinter den Wolken hervor. 
Die Bänke rund um den Eckensee luden zum Verweilen ein. Voller Vorfreude (schon lange hegte ich den Wunsch, an solch einer Führung teilnehmen zu dürfen)  hielt ich die Nase ein wenig in die Sonne und schaute dem Treiben zu.
Dann war es soweit. Wir trafen uns an der Freitreppe der Oper und wurden dort freundlich in Empfang genommen.

Das Fotografieren ist leider, aber verständlicherweise, nicht gestattet. Dennoch möchte ich euch ein wenig von dieser Besichtigung erzählen.

Ehrfürchtig gingen wir durch das einladende Foyer der Oper mit seinen Marmorsäulen und den vielen Kronleuchtern.
In der Oper durften wir kurz Platz nehmen und den Ausführungen lauschen.

Fast 1000 (!) Menschen sorgen hinter den Kulissen dafür, dass jede Veranstaltung reibungslos stattfinden kann und zu einem kulturellen Genuss wird.
In 22 Werkstätten wird gewerkelt, was das Zeug hält. Auf dem Weg in die Werkstätten hatten wir das Gefühl in einem Labyrinth unterwegs zu sein.

Als Erstes besichtigten wir die MASKE.
Neben dem üblichen Make-up werden dort auch Glatzen gegossen und Schnittwunden aufgetragen.
Diese sahen unglaublich echt aus.
Perücken werden hier aus echtem Haar angefertigt. Ca. 40 bis 50 Stunden werden für eine Perücke benötigt. Das Haar dafür wird aus Indien importiert.

Wir besichtigten den riesigen MALSAAL, erfuhren Interessantes über die SCHUHMACHEREI und die KOSTÜMFÄRBEREI.

Im KOSTÜMMAGAZIN befinden sich ca. 10000 Kostümteile und im Zentrallager weitere ca. 200000 (!) Teile.
Ein unglaublicher Fundus an Kostümen, Schuhen, Taschen, Gürteln u.s.w. ist dort fein säuberlich sortiert und beschriftet.
Steht einen neue Aufführung an, werden alle dafür benötigten Kostüme neu und auf Maß angefertigt.

Im KUNSTGEWERBE gestalten fleißige und geschickte Hände alles Dekorative für die Kostüme.
Kordel, Schleifen, Blüten und Ketten werden hergestellt. Kostüme mit Nieten, Perlen und Pailletten versehen. Alles wird von Hand angebracht und aufgenäht.
Perlen und Pailletten in allen erdenklichen Farben, Nieten und Ösen in allen möglichen Größen, Kordeln in verschiedenen Stärken und tausend andere kleine Dinge werden in dieser Schatzkammer aufbewahrt.
Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Abschließend besuchten wir die MODISTEREI.
Hier werden Hüte und sonstiger Kopfschmuck hergestellt, unglaubliche Kreationen, welche nicht nur toll aussehen sollen, sondern auch perfekt sitzen müssen.

Nach dieser beeindruckenden Tour durch die heiligen Werkstätten des Staatstheaters stand uns der Tänzer und Kostümbildner Thomas Lembertz für unsere Fragen zur Verfügung.
Ich fand es wundervoll, mit wieviel Liebe zur Kunst er uns von seiner Arbeit berichtete. Das wirkte ansteckend.
Nach diesem schönen Erlebnis werde ich die nächste Aufführung mit ganz anderen Augen betrachten.

Habt auch ihr Lust bekommen einmal hinter die Kulissen zu schauen?
HIER findet ihr die notwendigen Informationen dazu.
Sonderführungen werden aber auch von den Volkshochschulen angeboten. Es lohnt sich also, immer mal wieder einen Blick in die Programme zu werfen.

Macht´s euch fein!

Liebe Grüße von Heike



verlinkt mit SAMSTAGSPLAUSCH 



Kommentare:

  1. Hallo Heike,
    da will ich gerade zur Wahl gehen und schon kommt dein toller Post.
    Jaaaa, das stimmt, da ist ne einmalig schöne Sache. Ich habe diese Führung schon zweimal gemacht, zum letzten Male mit meinen Kollegen von der Stadt Stuttgart.
    Der Sohn einer Kollegin von mir ist für die Schneiderei dort zuständig.
    Ist schon interessant und ich sehe, auch du, wir durften keine Fotos machen.

    Der Blick von der Bühne in den Zuschauerraum in dem ich ja meinstens sitze, ist schon etwas wert. Aber es wird auch Zeit für eine Renovierung, vor allem der Ballettsaal hats nötig.
    Schöner Post und ich freue mich, dass es dir auch Spaß gemacht hat.

    Lieben Gruß Eva

    AntwortenLöschen
  2. Ich weiß nicht, ob du es gesehen hast, das kleine Kämmerchen in dem sich die Sänger
    für einen Auftritt bereit machen, sie legen ja ihr komplettes Leben dort ab und
    begeben sich komplett in die Rolle und sind vollkommen nackt, selbst der Ehering muß vom Finger. Der Raum hat echt Klinikfeeling. Gruselig.

    LG Eva

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, darauf wurden wir auch aufmerksam gemacht, Ring, Uhr, alles muss abgelegt werden.
      Das ist ein unglaublich anspruchsvoller Job.
      Ich freue mich, dass dir der Post gefällt.
      Liebe Grüße von Heike

      Löschen
    2. Mich hat es damals etwas berührt, dass junge Mädchen in Indien ihre Haare
      verkaufen um überleben zu können und die Staatstheater kaufen sowas.
      Finde ich nicht gut. Da bei jeder Neuaufnahme die Sachen in den Fundus kommen,
      bzw. verkauft werden, ganz schön aufwändig und schon wenn man es bedenkt ganz schön schlimm.
      Lieben Gruß Eva
      dies zum Thema Nachhaltigkeit und Kaufen von fertigen Kleidungsstücken.

      Löschen
    3. Bezüglich der indischen Haare habe ich ein wenig recherchiert, weil mich das auch beschäftigte.
      In Indien ist es wohl auch üblich Haare oder Geld, sofern man es hat, den Tempeln zu opfern, damit diese sich finanzieren können.
      Was die Mädchen betrifft, erzählte man uns, sei es ein Ritual, wenn sie quasi in das Alter eines Jugendlichen kommen. Naja, oft geht es bestimmt um´s nackte Überleben.
      Die Anfertigung der Kostüme ist sehr aufwendig, in der Tat, aber Künstler kommen und gehen, jeder ist anders gebaut, jedes Stück hat seinen eigenen Charakter, die Kostüme müssen teils sehr viel aushalten....
      Immerhin gibt es seit geraumer Zeit den Fundus, wo diese Stücke weiter gegeben werden und damit noch genutzt werden können.
      Unser Wohlstand hat seinen Preis, in jedem Bereich. Diese Tatsache macht auch vor der Kunst keinen Halt.
      Missen möchte ich sie dennoch nicht, denn Kunst ist Nahrung für die Seele, was nicht heißt, dass Menschen dafür ausgebeutet werden dürfen.
      Liebe Grüße von Heike

      Löschen
  3. Ich kann mir gut vorstellen, dass das ein großartiges Erlbenis war. Und ich finde es auch sehr schade, dass nicht fotografiert werden. Aber es ist natürlich nachvollziehbar. Wie viele Menschen hinter den Kulissen tätig sind ist ja unfassbar! Danke, dass du mich mitgenommen hast, das hat Spaß gemacht. Ich werde mich mal schlau machen, ob eins der Theater in der Umgebung auch so etwas anbietet.

    Liebe Grüße ... Frauke

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Schön, dass es dir gefallen hat.
      Wenn es in deiner Umgebung die Möglichkeit gibt, dann lass sie dir nicht entgehen. :-)
      Herzliche Grüße von Heike

      Löschen
  4. MEI des glaub i da das des ganz AUFREGEND war,,,,,
    grod für de KOSTÜME war i ah gern dabei gwesn,,,freu,,,frue

    hob no an feinen TOG
    und DANKE für de liaben WORTE bei mir
    bussale bis bald de BIRGIT

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hach dein Dialekt... Ich liebe ihn.
      Danke für deine lieben Worte.
      Liebes Grüßle von Heike

      Löschen
  5. Ein sehr schöner Beitrag. Vielen Dank für den Blick hinter die Kulissen. Es ist wirklich spannend zu sehen, wie viel Arbeit ein Aufführung macht und wie viel Leute benötigt werden, die man gar nicht sieht.
    Bei uns gibt es in der Oper einmal im Jahr einen Fundusverkauf - da ist für mich der Besuch auch ein Muss. Die Kostüme ganz nah zu sehen und vielleicht auch eins mit nach Hause zu nehmen ist ganz wunderbar.
    Liebe Grüße
    Manja

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo Manja,
      vielen Dank für deine netten Worte.
      Solch einen Fundus gibt es auch in Stuttgart. Den besuche ich natürlich noch und berichte ich dann davon. ;-)
      Liebe Grüße von Heike

      Löschen
  6. Das ist mal eine schöne Idee, so eine Führung klingt interessant.
    Die Tochter meiner Freundin hat in Dresden an der Oper als Kostümbildner gearbeitet. Da hat sie uns manchmal tolle Entwürfe gezeigt, das ist schon inspirierend.
    Dir einen schönen Abend, liebe Grüße
    Nicole

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ein paar Entwürfe haben wir auch sehen dürfen, gigantisch. Man hat bereits der Zeichnung entnehmen können, welches Material sich der Kostümbildner dafür vorgestellt hat, also ob Leder oder ein gewebtes Material.
      Liebe Grüße von Heike

      Löschen
  7. Wow....liebe Heike,
    das war ja sicher mega spannend.....interessant und sicher auch inspirierend!
    Herzensgrüassli
    Yvonne

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Oooh ja, das war es liebe Yvonne. :-)
      Herzliche Grüße an dich von Heike

      Löschen
  8. Liebe Heike,
    das hört sich sehr spannend an... da muss ich doch noch einmal in diese Richtung kommen um mir das anzuschauen!! Übrigens wollte ich nochmal mitteilen, dass ich Deinen Header sehr gelungen finde!!! Ich wünsche Dir eine herrliche Woche und lasse ganz, ganz liebe Grüße hier - Annett

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich drücke dir noch immer die Daumen, damit du im September kommen kannst. :-)
      Schön, dass dir mein Header gefällt, vielen Dank. Ich habe mich über das Ergebnis riesig gefreut.
      Viele liebe Grüße nach Köln...
      von Heike

      Löschen
  9. wow, was für ein spannendes erlebnis!!!
    herzlichste grüße & wünsche an dich :-)
    amy

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Spannend..., das war es in der Tat. :-)
      Herzliche Grüße auch an dich liebe Amy

      Löschen
  10. Wie spannend!
    Liebe Grüße,
    Markus

    AntwortenLöschen
  11. Cooler Bericht. Da würde ich auch gerne mal hinter die Kulissen schauen.
    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.
    Andrea

    AntwortenLöschen
  12. Liebe Heike,

    das klingt ja wirklich ausgesprochen spannend. So eine Führung würde ich auch gerne mal mitmachen, was es da alles gibt, das finde ich echt unglaublich. Schön hast Du das erzählt.

    Liebe Sonntagsgrüße
    Kerstin

    AntwortenLöschen
  13. Liebe Heike,

    oh, dass alles klingt so unglaublich toll. Ich bin ganz neidisch, da wäre ich auch gerne mitgekommen und hätte mich bei dir untergehakt und ganz gespannt gelauscht. Wollen wir nicht das Bloggertreffen dort stattfinden lassen ☺?

    Liebe Grüße aus Berlin
    Doreen

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hallo meine liebe Doreen,
      ha, das passt ja. Ich habe eben eine Anfrage ans Theater gesendet.
      Sobald ich eine Antwort habe, geht eine bereits in `Entwürfe´ liegende E-Mail an euch raus. ;-)
      Herzliche Grüße von Heike

      Löschen