Samstag, 10. März 2018

Von der Arbeitskluft zum Kultstück




Stoff: DENIM
Farbe: BLAU
Besondere Kennzeichen: FÜNF TASCHEN und KUPFERNIETEN
Alter: 165 JAHRE
Name: BLUEJEANS

Das ist der Steckbrief von einem bis heute beliebten Hosenmodell, der Levis-Jeans.







Erfunden hat diese der Oberfranke, Löb Strauss, besser bekannt als Levi Strauss, geboren 1829 in Buttenheim, einem Markt im Süden des Landkreises Bamberg.






Sein Vater betrieb wie viele fränkische Landjuden einen Hausierhandel mit Tuch und Kurzwaren, welcher jedoch nur das Nötigste für die neunköpfige Familie abwarf.






Im Jahre 1846 verstarb sein Vater, Hirsch Strauss, nach längerer Krankheit an Tuberkulose.
Dadurch geriet die Familie in finanzielle Schwierigkeiten. Mutter Rebecca entschied sich daraufhin mit den drei jüngsten Kindern nach Amerika auszuwandern.
Die beiden älteren Söhne hatten sich bereits einige Jahre früher dort nieder gelassen und einen Textilgroßhandel gegründet.
Zunächst ließen sie sich in New York nieder.






Doch bald erreichte sie die Nachricht von ersten Goldfunden an der Ostküste, worauf sich Levi entschloss, sein Glück in Kalifornien zu versuchen.






Dort angekommen, gründete auch er einen Großhandel für Stoffe und Kurzwaren.
Im Angebot hatte er jedoch auch alles, was all die Goldgräber und Minenarbeiter sonst noch so benötigten: Zahnbürsten, Hosenträger, Ausgehkleider und natürlich Knöpfe.
Da Levi auch als Hausierer unterwegs war, hatte er Zeltplanen, Stoffballen und Nähutensilien dabei.
Bald stellte er fest, dass die Goldgräber besonders strapazierfähige Hosen benötigten.

Er fertigte Hosen aus Segeltuch, welche jedoch bald wieder aus dem Sortiment genommen wurden, weil die Hosentaschen nichts aushielten. 
Der aus Riga stammende Schneider, Jacob Davis, kam auf die Idee, die Hosentaschen mit Nieten eines Pferdegeschirrs zu verstärken.






Weil Davis aber für das Patent das Geld fehlte, wandte er sich an Levi, welcher ihm die Stoffe lieferte. 
Dieser zeigte sich sofort interessiert und so meldeten sie gemeinsam das Patent an.

Genial, denn damit stießen sie quasi selbst auf eine Art Goldader.









Denim ist die amerikanische verkürzte Form der französischen Bezeichnung Serge de Nimes (Gewebe aus Nimes). In der südfranzösischen Stadt wurde vor vielen Jahrzehnten ein sehr robuster Stoff aus Baumwolle und Hanf in Köperbindung gewebt, welcher bis heute in der Herstellung der Jeans verwendet wird.






Die Bezeichnung 501 entstand übrigens ganz unspektakulär aus der Seriennummer des ersten in Produktion gehenden Hosenmodells des Jeanserfinders Levi Strauss.






Die Nachfrage nach den vernieteten Hosen war riesig und die Firma wuchs und wuchs.






Im Jahre 1902 verstarb Levi unerwartet in seinem Haus in San Franzisko. 
Die Firma `Levis Strauss & Company´ hinterließ er seinen vier Neffen, da er selbst keine Kinder hatte.



Was für eine Erfolgsgeschichte...

Zunächst als Arbeitshose konzipiert, entwickelte sich die Jeans zur meistgetragenen Hose weltweit.


So robust wie zu Goldgräberzeiten sind die Jeans heute nicht mehr, aber an Beliebtheit haben diese kein bisschen verloren. 
Im Gegenteil, die Jeans, als Modestück betrachtet, gilt als unsterblich.


Das Geburtshaus von Levi in der Marktstrasse in Buttenheim  wurde bereits 1687 errichtet.
Seit dem Jahr 2000 beherbergt das kleine Fachwerkhaus mit den blauen Fensterläden das
LEVI STRAUSS MUSEUM.






Solltet ihr einmal die Möglichkeit haben, an dieser kleinen Gemeinde vorbei zukommen, dann lasst euch den Besuch nicht entgehen! 

Die Goldgräberstimmung überträgt sich. ;-)

Wie es die Jeans später nach Deutschland geschafft hat, erfahrt ihr HIER.


Macht´s euch fein!

Liebe Grüße von Heike




verlinkt mit Samstagsplausch und Montagsfreuden





Kommentare:

  1. Was für ein toller Bericht! Danke dafür!

    Gruß Marion

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  2. Das finde ich ja sehr interessant...so wusste ich auch gar nicht das es solch ein Museum in gibt. Sieht man mal wieder: man hat sie getragen oder trägt sie und "hinterfragt" doch wenig.

    Danke für die Info und dass du uns mitgenommen hast.

    Wünsche dir noch ein wundervolles Wochenende und sende herzliche Grüsse

    N☼va

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  3. Guten Morgen liebe Heike,

    ich wußte es schon immer, die Franken haben es einfach drauf!!!

    Liebe Grüße
    Deine Fränkin

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  4. Toll! Also, das wäre mal einen Besuch wert! Ich liebe Jeans! Und meine absolute Lieblingsjeans ist schon mehrfach ausgebessert worden, dass ich sie auch weiterhin tragen kann..... ;-)
    Lieben Gruß
    Gisi

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  5. Es ist schon grossartig, dass sich die Qualitäts Jeans bis heute gehalten hat.
    Gerade diese Woche kam bei einem Konsumententest heraus dass die 501 heute noch die beste ist.
    L G Pia

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  6. Jeans sind einfach genial und wenn man sieht, wie sich ihr Image verwandelt hat, das ist schon enorm.
    Danke für den interessanten Bericht und liebe Grüße
    Nicole

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  7. Liebe Heike,
    Danke für den schönen Post. Jeans - jaaaaa. Love it. Ungefähr kannte ich die Geschichte der Levis-Jeans aber jetzt bin ich wieder ein kleines Stück schlauer. Ich mag deine Berichte über die großen Designer und auch die, über die Entstehung bestimmter Mode-Klassiker sehr.

    liebe Grüße und dicken Drücker
    Nicole

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  8. Liebe Heike,
    WOW was für eine tolle Geschichte und wieder so ein schöner Post! Die Marke Levis ist ja bei den Jugendlichen gerade wieder total in und meine erste Levis habe ich mir in den Neunzigern gekauft, die hatte da schon Kultstatus. Einfach wunderbar, welche interessanten Themen du hier aufgreifst. Ich lese hier immer wieder gerne. 😊 Du Liebe, ich wünsche dir ein schönes Wochenende.

    Herzliche Grüße aus Heidelberg,
    Annette

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  9. Das Levi ein Deutscher war wusste ich schon aber die ganze Geschichte ist sehr interessant! Ich glaube kaum ein Haushalt hat keine Jeans im Kleiderschrank. Schade aber, das die nicht mehr so robust sind. Anders herum, woraus könnte ich sonst meine Taschen nähen?
    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag
    Andrea

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  10. Was würde ich ohne meine heißgeliebten Jeans machen? Die gehen doch wirklich immer.
    Danke für den tollen Bericht.
    Liebe Grüße
    Bettina

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  11. Ja, Jeans trage ich auch unheimlich gerne.... Was würden wir alle ohne unsere Jeans machen, auch wenn sie sich in den Jahren enorm verändert haben. Dankeschön für deinen tollen Bericht.
    Wünsche dir eine gute Nacht
    Liebe Grüße
    Silvana

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  12. Liebe Heike,
    das war jetzt aber ein spannender Bericht! Genial! Danke.
    Herzensgrüassli
    Yvonne

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  13. Liebe Heike,
    was für eine tolle Geschichte, jetzt bin ich schlauer geworden. Ich liebe Jens und trage fast jeden Tag:) Ganz liebe Grüße und eine leichte Woche wünsche ich Dir.
    Karina

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  14. Da benutzt man dieses Material ganz selbstverständlich ohne Hintergrundinformationen. Toller Einblick.
    Herzlichst Ulla

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  15. Liebe Heike,
    wow! Die Kurzfassung der Geschichte kannte ich so ein bisschen, aber so ausführlich hatte ich mich mit dem Thema noch nicht beschäftigt, das war jetzt richtig spannend zu lesen.
    Vielen Dank, dass du mich schlauer gemacht hast! ;-)
    Ganz liebe Grüße
    Biggi

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  16. Moin,

    danke für Deinen tollen Bericht und die interessanten Hintergrundinformation.

    Gruß
    Sandra

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  17. Mit großem Interesse habe ich deinen Beitrag gelesen. Vielen Dank für die vielen Informationen.
    Anschließend habe ich mich gleich noch nach Bietigheim-Bissingen entführen lassen. Ein sehr schöner Rundgang mit tollen Fotos. Ja, man sollte wirklich öfter mal vom Weg abkommen oder sich überhaupt erst einmal auf den Weg machen.
    Ich freue mich, dass ich hier her gefunden habe.
    Liebe Grüße
    die Mira

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  18. Das ist schon eine tolle Geschichte. Schön...
    Es gab mal eine Zeit, da trug ich sehr gerne Jeans und am allerliebsten Lewis.
    Seit Jahren, mit über 40, sind überwiegend selbst genähte Kleider meine allerliebsten Klamotten. Die super "Jeans-Figur" von einst gibts nicht mehr, in Kleidern fühle ich mich wohl, da klemmpt nix, es gibt kein Bündchen wo sich ein Röllchen drüber drück... Meine Lieblingsjeans liegen aber noch im Schrank, die Hoffnung stirbt zuletzt :)))
    Vielen Dank für diesen kleinen Ausflug. Da war ich gerne dabei.
    Liebe Grüße von der Insel Rügen, Mandy

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  19. Super toll geschrieben Liebes!
    Ich kann mich noch heute ganz genau an meine erste 501 erinnern. Dark blue, nicht vorgewaschen und heiss geliebt!
    Nach meiner Ausbildung bei einem Herrenaususstatter durfte ich einen kleinen Store leiten und habe diese Jeans verkauft, war auf Messen und durfte sie einkaufen. Bis heute liebe ich dieses Label. Du siehst, du hast mich mit deinem Post ins schwärmen gebracht. Danke dafür ;*
    Lieben Gruss, von Meisje

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  20. Die 501 war mir die Liebste, liebe Heike. Damals bin ich mit meiner Freundin nach LA geflogen und dort haben wir alle Second-Hand-Läden unsicher gemacht. Du meine Güte ist das schon 19 Jahre her?? Ich glaube, in meinem Koffer waren mind. 6 Stück.. hachz! Danke für's in Erinnerungenschwelgen. Liebste Grüße und einen kuscheligen Sonntagabend, Nicole

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