Samstag, 3. August 2019

Es ist nie zu spät...


Egal was man von Greta Thunberg hält, immerhin hat sie es geschafft, sich Gehör zu verschaffen und das ist gut so.
Ja, manchmal bedarf es eben unkonventioneller Methoden wie das Schule schwänzen um etwas zu erreichen. 
Ein Angestellter käme schließlich auch nicht auf die Idee, Sonntags oder im Urlaub für mehr Lohn zu streiken.



Aktuell zum Thema Natur- und Klimaschutz organisierte SYLVIA in diesem Jahr die Blogtour `Weniger Plastik ist mehr´.










Auf dieser Gemeinschaftsaktion tauschen Blogger ihre Meinungen und Erfahrungen zu dem Thema aus, halten Buchempfehlungen und diverse Tipps parat. 
Da das ein Thema ist, was uns alle angeht, nahm ich die Einladung dazu gerne an.



Ich finde es sehr begrüßenswert, dass die Themen Umweltschutz und Müllvermeidung wieder eine breitere Beachtung finden.



Lange wägten wir uns uns in Sicherheit, schließlich trennten wir fleißig in flach und rund und waren der Überzeugung, dass nahezu alles wieder zurück geführt und verwertet wird.
Eines Tages erschienen die Berichte, aus denen hervor ging, dass unser Müll nach China verschifft wurde. 
Anfang 2018 stoppte China den Müllimport und entlarvte damit den bizarren Mülltourismus.
Bilder von vermüllten Stränden und Meeren gingen um die Welt.

Entsetzen machte sich breit.

Nicht vergessen sollte man in dem Zusammenhang auch die riesigen Elektroschrottmüllhalden in Afrika.



Kürzlich las ich, dass Indonesien Anfang Juli 2019 acht Container nach Australien zurück schickte und auch Deutschland seinen Müll zurück erhielt.
Mögen noch mehr Länder so mutig sein und den Müll der Industrieländer zurück schicken!


Plastik möchte ich nicht generell verteufeln, schließlich gibt es allerlei nützliche Dinge aus dem Kunststoff. 
Meine Salatschleuder zum Beispiel nutze ich seit mehr als 20 Jahren und möchte sie nicht mehr missen. 
Aber alleine der Verpackungswahn hat meines Erachtens schon perverse Ausmaße angenommen.

Ich habe höchsten Respekt vor der Natur, bin hier und auf meinen Reisen immer wieder erstaunt, mit wieviel Schönheit sie uns beglückt.
Müllvermeidung und ein respektvoller Umgang mit Ressourcen aller Art sind für mich daher selbstverständlich.



Man könnte jetzt mit Fingern auf die Großen, die Industrie, zeigen, aber damit die ihr Zeug los werden, muss es Abnehmer geben und das sind WIR.



Wenn jeder seinen Beitrag dazu leistet, sein Verhalten überdenkt, gegebenenfalls korrigiert und so viele kleine Beiträge zusammen kommen, wird es auch zu großen Veränderungen kommen.
Das sollte uns stets bewusst sein.



Ich habe keine revolutionären Neuempfehlungen für euch, sondern erzähle euch nur ein wenig darüber, was ich im Alltag dazu beitrage. 
Schon sehr lange verwende ich selbst angefertigte Obst- und Gemüsenetze. 
Anders als inzwischen im Handel kosten diese, wenn überhaupt, nur sehr wenig Geld, sind waschbar und äußerst robust. Ich habe noch keine entsorgen müssen.Wie diese herzustellen sind, könnt ihr HIER nachlesen.

Für den Einkauf von Wurst und Fleisch oder zum Beispiel Antipasti auf dem Markt nehme ich eigene Behälter mit.Anfangs habe ich die oft vergessen, aber das klappt immer besser. Milch, Jogurt, Säfte, Ketchup, alles was in Glasbehältern erhältlich ist, kaufe ich in solcher Form. Da die Lebensmittel in diesen Behältern ohnehin viel appetitlicher aussehen, scheue ich mich auch nicht davor, ein paar Cent mehr dafür auszugeben.
Die Verpackungen der Nudeln und Schokolade sind noch nicht mustergültig, aber dafür sind die Waren aus der Region, was sich positiv auf die Transportwege auswirkt.




Für Brot und Brötchen verwende ich selbst genähte schlichte, weiße Baumwollbeutel.






Putzmittel gibt es inzwischen in Behältern aus wiederverwendetem Altplastik.

Das eine und andere kann man sich auch selbst herstellen. In diese Thematik arbeite ich mich gerade ein wenig ein.
Ansonsten greife ich wenigstens, so fern erhältlich, zu Nachfüllpackungen.
Die Verwendung von Stoffbeutel ist dagegen schon in Fleisch und Blut übergegangen. Ich weiß schon gar nicht mehr, wann ich zum letzten Mal eine Tüte gekauft habe.



Sicher kann ich noch einiges optimieren, man lernt schließlich nie aus.
Wenn ich aber zum Beispiel an der Kasse eines Supermarktes warten muss und mich umsehe, was manche Kunden so an Verpackungsmüll hinaus tragen, dann bin ich allerdings schon froh, einen Schritt weiter zu sein. 
Und wenn dann Sätze folgen, wie `Sie kaufen aber vorbildlich ein.´, habe ich nur durch mein Verhalten etwas ausgelöst und damit schon viel erreicht. 

Bewusstes Einkaufen praktiziere ich auch in Sachen Bekleidung.
Ich liebe modische Bekleidung und schneidere für mein Leben gern.
Dennoch gilt auch hier für mich, weniger ist mehr.
Auch in Kleidung stecken wertvolle Ressourcen und jede Menge Arbeit.
Vielen ist leider die Wertschätzung verloren gegangen.
`Hauptsache billig´lautet für viele Verbraucher das Motto. 



Ausgebeutete Menschen, ausgetrocknete Seen und verseuchte Flüsse werden ausgeblendet.
Der Baumwollstrauch zum Beispiel ist ein sehr durstiges Gewächs. 
Je nach Gegend kostet ein Kilo Baumwolle 10000 bis 17000 Liter (!!!) Wasser. 
Bis zu 20000 km legt schon ein einfaches Shirt auf seinem Weg von der Pflanze bis zum fertigen Shirt zurück.
Die Arbeitsbedingungen sind zum größten Teil katastrophal und menschenverachtend.



Was wir daran ändern können?
Ich denke an erster Stelle bewusster konsumieren. Sich selber fragen, brauche ich das jetzt wirklich? Aber auch bei den Unternehmen nachhaken und Fragen stellen: Wo und wie erfolgt die Produktion? Werden die am Prozess beteiligten Menschen fair bezahlt? u.s.w.
Davon wird schon Gebrauch gemacht, aber es müssen mehr Stimmen werden.
Dann müssen sich auch die Unternehmen regen, denn die Macht hat immer noch der Kunde. 
Er entscheidet, ob er kauft oder nicht.

Meine Kleidung und die Stoffe für diese suche ich mir bewusst aus und trage sie weitestgehend ab. 
Zwischenzeitlich wird auch mal etwas abgeändert oder repariert. Aus einem Teil der abgelegten Kleidungsstücke fertige ich Neues. Jeans haben es mir dabei besonders angetan. Wenn man weiß, welchem umfangreichen Arbeitsprozess eine Jeans unterliegt, bekommt man es nicht fertig solche gut erhaltene Teile einfach zu entsorgen.
Neben allerlei Täschchen lassen sich noch viele andere hübsche Sachen daraus herstellen, so wie HIER und HIER.
Aus abgelegten Herrenhemden, bei denen meist nur die Krägen und Manschetten verschlissen sind, kann man noch hübsche und luftige  Kinderbekleidung oder Schürzen wie diese HIER herstellen.



Die Liste, wie man was noch wieder oder weiter verwenden könnte, ließe sich auch noch auf andere Materialien übertragen und beliebig lang weiterführen.



Lasst uns die derzeitige Debatte als eine Chance betrachten, es besser machen und der Erde damit wieder mehr Respekt zollen, denn wir haben nur die eine.


In diesem Sinne: Macht´s gut! 
Denn es ist nie zu spät.


Liebe Grüße von

Heike







Kommentare:

  1. Ich gebe dir recht, dass der einzelne Konsument zur Umwelt beiträgt. Allerdings fehlen mir Verbindlichkeiten von Seiten Regierungen. Ich hoffe deshalb sehr, dass die Konzernverantwortungsinitiative zu Stande kommt. Konzerne der Schweiz würden dadurch von Staates wegen verpflichtet werden, überall (also auch in Struktur schwachen Ländern), wo sie produzieren, abbauen usw., die Menschenrechte und Umweltschutzbestimmungen, die auch in der Schweiz gelten, einzuhalten. Sie müssten darüber Rechenschaft ablegen, wo und wie die Produkte hergestellt werden, resp. unter welchen Bdingungen Rohstoffe abgebaut werden. Da ein Riesenanteil aller Rohstoffe der Welt in der Schweiz gehandelt werden, könnte dadurch eine namhafte Verbesserung erreicht werden. Ich hoffe sehr auf das Zusandekommen der Initiative und eine positive Abstimmung im Anschluss.

    Liebe Grüsse von Regula

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    1. Da bin ich ganz bei dir. Diese Initiative ist dringend notwendig.
      Liebe Grüße

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  2. Ich stimme Dir in allem zu liebe Heike und finde es toll, wie Du versuchst, Plastik zu vermeiden.
    Besonders Deine Ideen, was man aus alter Kleidung machen kann, finde ich klasse.
    Plastiktüten gibt es bei uns auch schon eine Ewigkeit nicht mehr, na gut, die für den Abfall, die sind aus Plastik, anders geht es leider nicht.
    Und Dank Dir habe ich jetzt auch so einen schönen Gemüsebeutel.
    Aber in einem Punkt muss ich Dir widersprechen.
    Die Papierkörbchen, in denen Du die Kirschen und Dein Obst kaufst, die sind leider genauso umweltschädlich wie die aus Kunststoff.
    Denn für die Herstellung dieser Körbchen oder auch Papiertüten, wird ein Vielfaches an Wasser verbraucht, wie für die Herstellung der gleichen Dinge aus Plastik.
    Das wird leider nie erwähnt, die meisten Käufer wissen das nicht, aber der Wasserverbrauch ist immens.
    Aber irgendwas ist wohl leider immer.
    Dir einen schönen Abend und weiter so, ganz lieben Gruß
    Nicole

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    1. Liebe Nicole, was den Wasserverbrauch angeht, hast du vollkommen recht. Ich wollte schon in Bezug der Stoffbeutel für´s Brot darauf eingehen, aber irgendwo musste ich es eingrenzen.
      Immerhin sind diese Papp-und Papierbehältnisse abbaubar.
      Um manches kommen wir vermutlich nicht drum herum, aber sehr vieles lässt sich vermeiden.
      Sei lieb gegrüßt

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  3. Hallo Heike,
    Einige der Dinge mache ich auch schon.
    Mein Manko sind noch die Klamotten. Hier will ich versuchen auch fair produzierte Kleidung umzusteigen, habe aber noch nicht das Richtige gefunden. Und in Richtung weniger Konsumartikel ist mein Leben auch noch sehr ausbaufähig.
    Vielen Dank für deine Anregungen und deine Teilnahme an der Blogtour
    Silvia

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    1. Viele kleine Schritte führen auch zum Ziel. Viel Erfolg!
      Sei lieb gegrüßt

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  4. Guten Morgen Heike,
    ich komme soeben von AndreaKaminrot und habe deinen informativen Post voller Anregungen gerne gelesen. Einige neue Verhaltensweisen in Bezug auf Müll/Plastikvermeidung habe ich schon umgesezt, aber da ist bei mir noch mehr Luft nach oben. ;-)
    Jeder kann nach seinen Möglichkeiten einen Beitrag leisten, respektvoll mit den Ressourcen und der Schönheit von Mutter Erde umzugehen.
    Vielen Dank für deine Denkanstöße und nun werde ich nach deinen Tipps für die Verwendung von alten Jeans Ausschau halten. Ein kleines Körbchen hatte ich vor einiger Zeit aus Jeansstreifen gehäkelt und das hat super Spaß gemacht.
    Einen feinen Sonntag und lieben Gruß, Marita

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    1. Vielen Dank für deine lieben Worte und viel Freude beim Werkeln!
      Sonnige Grüße von
      Heike

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  5. Hallo Heike,
    da bin ich ganz bei Dir, viel Macht liegt bei uns, den Konsumenten.
    Inzwischen gibt es bei uns einen Biobauernhof und so habe ich die Möglichkeit, viele unserer Lebensmittel lose, echt-bio und das Fleisch auch aus unserem Ort zu bekommen.
    Mit der Kleidung ist es schwierig, ich achte auf die Qualität des Materials und wie lange es denn wohl halten wird. Denn die Haltbarkeitsdauer ist so wichtig.
    Zur Zeit bin ich auf der Suche nach Stoffproduzenten, die in Deutschland und umweltfreundlicher produzieren. Aber da hab ich leider nur Nischenadressen und dann handelt es sich dabei um bunt gemusterte Jerseyware.
    Kannst Du nicht einmal in dieser Richtung Unternehmen vorstellen? Das wäre wirklich toll!
    Liebe Grüße
    Gudrun

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    1. Wenn man solch einen Bauernhof in der Nähe hat, das ist schon mal sehr viel wert.
      Ich kaufe so viel wie möglich aus der Region.
      Gerne würde ich dir ein paar Unternehmen nennen, aber leider kenne auch ich nur diese Nischenadressen, welche mit den bunten Stoffen handeln.
      Ich hoffe, auf der nächsten Messe in München fündig zu werden. Sobald ich etwas gefunden habe, gebe ich das gerne bekannt.
      Liebe Grüße von Heike

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  6. Ja, genau in diese Richtung verstehe ich eigentlich auch mein Monatsmotto "Weniger ist mehr"! Danke, dass Du Deinen schönen Beitrag dort verlinkt hast.
    Gerade in den Obst- und Gemüseabteilungen merke ich erst, wie viele Leute immer noch zu den dünnen Plastiktütchen greifen, anstatt welche aus Netz-Stoff zu benutzen, die dort auch angeboten werden.
    Ich kaufe mein Gemüse und Obst am liebsten auf dem Wochenmarkt von regionalen Erzeugern.
    Liebe Grüße
    Andrea

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    1. Auf den Wochenmarkt gehe ich auch am liebsten. Dort macht das Einkaufen noch Freude.
      Liebe Grüße

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  7. Du hast recht. Jeder kann was tun. Ich hab klein angefangen und arbeite mich vor. Ich versuche meine Kleidung aufzutragen, zu reparieren und wie in allen Bereichen weniger ist mehr. Alte Handtücher geben Putztücher, einfrieren tu ich in Gläsern. Was ich habe an Plastik brauche ich auf bzw. verwende es noch im Keller oder Gartenhaus.
    LG
    Ursula
    Ich gehe wöchentlich auf den Wochenmarkt.

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  8. Liebe Heike,

    ich habe bei Astrid und Silvia auch mitgemacht und bin fast jeden Tag am überlegen. Wo kann ich noch Plastik vermeiden.

    Liebe Grüße
    elke von elkeworks

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  9. Liebe Heike,
    sehr schön hast du den Post geschrieben, Ich mache auch bei der Blogtour mit, denn dieses Thema ist hoch interessant und geht uns Alle an. Wenn jeder schon mal etwas macht, wäre schon mal ein Anfang.

    Liebe Grüße Marita

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  10. Liebe Heike,
    ein mega Post. Recht hast du, wenn wir nur alle ein wenig schauen, was wir da so konsumieren und kaufen und nicht wie die Lemminge alles so hin nehmen wie es uns die Industrie präsentiert, dann sind wir alle auf einem guten und richtigen Weg. Denken, Mitdenken, Umdenken ist nicht verboten und ab und zu überlegen ob und was man wirklich braucht und ob nicht auch scheinbar Unbrauchbares noch verwendet werden kann.... wir müssen einfach wieder weg von der "Geiz ist geil"-Wegwerf- und Einweggesellschaft!

    ganz liebe Grüße
    Nicole

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  11. Finde ebenfalls, dass wir bewusster konsumieren müssen und zwar in allen Bereichen. Habe mir deshalb Möbelteile bestellt, weil einige Möbel bei mir kaputt sind und ich sie nicht gleich komplett austauschen will!

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